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Krokusse pflanzen: 10.000 Knollen für Wildbienen im Frühjahr




Redaktion









Garten & Balkon




4 Min. Lesezeit

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Wer jetzt Krokusse pflanzen möchte, bereitet bereits das Blütenangebot für das kommende Frühjahr vor. Im Berliner Bellevuepark haben die Gartenarbeitsschule Treptow-Köpenick und Kinder der Hauptmann-von-Köpenick-Schule am 14. Oktober insgesamt 10.000 Krokusknollen gesetzt. Wie das Bezirksamt in seiner Mitteilung vom 21. Oktober berichtet, sollen darunter auch früh blühende Wildkrokusse Hummelköniginnen und anderen Wildbienen Pollen und Nektar bieten.

Für den eigenen Garten lässt sich die Idee auch ohne eine solche Pflanzmenge aufgreifen. Entscheidend sind ein geeigneter Standort und eine Pflege, die den Pflanzen nach der Blüte genügend Zeit lässt. Auf dem Balkon kommt eine weitere Frage hinzu: Nicht jedes Gefäß bietet den Knollen gute Bedingungen für den Winter.

Krokusse pflanzen: Durchlässiger Boden ist entscheidend

Die Bayerische Gartenakademie nennt in ihrem Gartentipp zur Herbstpflanzung September und Oktober als günstige Pflanzmonate. Solange die Erde noch Wärme enthält, können sich vor dem Winter Wurzeln bilden. Je nach Witterung ist eine spätere Pflanzung möglich; ein früher Termin bietet jedoch häufig bessere Voraussetzungen. Beim Kauf sollten die Knollen fest und gesund sein, ohne weiche Stellen oder erkennbare Schäden.

Besonders wichtig ist ein Boden, aus dem überschüssiges Wasser abfließen kann. Bleibt die Pflanzstelle im Winter dauerhaft nass, droht Fäulnis. Die Gartenakademie empfiehlt bei schweren Böden unter anderem, die Erde im Pflanzloch mit Sand zu mischen. Als allgemeine Faustregel nennt sie eine Pflanztiefe von etwa der doppelten Knollenhöhe und einen Abstand von zwei bis drei Knollenbreiten. Hinweise zur jeweiligen Art auf der Packung helfen bei der konkreten Umsetzung.

Für kleinere Knollen lässt sich eine gemeinsame Pflanzgrube anlegen. Gruppen passen zwischen Stauden oder in geeignete Rasenbereiche; der Elfenkrokus gehört zu den Arten, die sich dort ausbreiten können. Ein Platz, der später regelmäßig umgearbeitet wird, ist für eine dauerhafte Pflanzung entsprechend ungünstig.

Nach der Blüte brauchen die Blätter Zeit

Bei Krokussen endet die Pflege nicht mit der letzten Blüte. Die Blätter bleiben zunächst stehen, weil die Pflanze über sie Reserven für die nächste Saison aufbaut. Die Bayerische Gartenakademie erläutert, dass das Laub von Krokussen, Tulpen und Narzissen deshalb erst nach dem Eintrocknen entfernt werden sollte.

Für eine Pflanzung im Rasen hat das eine konkrete Folge: Die betroffene Stelle muss beim Mähen ausgespart bleiben, solange die Krokusblätter noch grün sind. Wer die gesamte Fläche im Frühjahr früh wieder gleichmäßig kurz halten möchte, sollte die Knollen deshalb besser in einem Beet unterbringen. Dort können später austreibende Stauden das vergilbende Laub verdecken, ohne dass es vorzeitig abgeschnitten werden muss.

Auf dem Balkon eignen sich größere Gefäße besser

Auch ohne Garten können Frühblüher einen Platz finden. Die Gartenakademie warnt in ihren Hinweisen zur herbstlichen Balkonbepflanzung allerdings davor, frühlingsblühende Zwiebelblumen unbedacht in schmale Kästen zu setzen: Dort können sie durchfrieren und anschließend faulen. In größeren Gefäßen hält sie die Pflanzung dagegen für möglich und nennt unter anderem Krokusse, Schneeglöckchen und Winterlinge.

Ein freier Wasserabzug gehört auch hier zur Vorbereitung. Das Gefäß sollte so stehen, dass überschüssiges Wasser entweichen kann; zugleich darf das Substrat an einem regengeschützten Platz nicht vollständig austrocknen. Gerade bei milder, sonniger Winterwitterung lohnt es sich, die Feuchtigkeit zu kontrollieren. Bei stärkerem oder anhaltendem Frost können ein geschützter Standort und eine geeignete Isolierung des Gefäßes helfen.

Frühe Blüten ergänzen das Nahrungsangebot

Die Berliner Pflanzaktion zielt auf eine Zeit, in der bereits Insekten unterwegs sind, aber noch vergleichsweise wenig blüht. Das Bezirksamt nennt für die ausgewählten Wildkrokusse Februar und März als Blütezeit. Wie stark die konkrete Pflanzung später genutzt wird, lässt sich aus der Mitteilung noch nicht ablesen.

Für Wildbienen bleibt außerdem das Angebot nach der Krokusblüte wichtig. Der BUND empfiehlt unterschiedliche Blütezeiten, damit vom Frühjahr bis zum Herbst Nahrung verfügbar ist. Krokusse können den Anfang machen; später übernehmen beispielsweise Glockenblumen, Natternkopf oder Herbstastern. Viele Wildbienen sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert, weshalb eine vielfältige Bepflanzung mehr Bedürfnisse abdeckt als eine einzige Blütenart.

Daneben brauchen Tiere geeignete Lebensräume. Ungestörte Gartenbereiche lassen sich mit gezielten Pflanzungen verbinden; wie sich Rückzugsorte beim herbstlichen Aufräumen erhalten lassen, zeigt auch der Beitrag über Igel im Garten. Für die Krokusse selbst kommt es nun darauf an, einen passenden Platz auszuwählen und ihn bis zum Einziehen der Blätter im nächsten Frühjahr entsprechend zu pflegen.

Stand der Recherche: 22. Oktober 2026, 08:57 Uhr CEST

Hauptquellen

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag beruht auf der Mitteilung des Bezirksamts sowie Fachinformationen der Bayerischen Gartenakademie und des BUND. GadgetChecks hat die Pflanzaktion nicht vor Ort begleitet und keine eigenen Untersuchungen zur Wirkung der Pflanzung durchgeführt.

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