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Frosty-Pocket-Rückruf: Neue Warnung umfasst alle Chargen und MHD




Redaktion









Warnungen & Rückrufe




4 Min. Lesezeit

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Beim Frosty-Pocket-Rückruf hat H&B Handelskontor den Umfang der Warnung deutlich weiter gefasst als eine zuvor veröffentlichte Händlerinformation. Für die von H&B gelieferte Süßware zum Einfrieren werden nun alle Mindesthaltbarkeitsdaten und alle Losnummern genannt. Betroffen sind vier Sorten des Produkts „Frosty Pocket“ im Beutel mit 150 Millilitern beziehungsweise 160 Gramm. Käufer sollen die Ware nicht verzehren, sondern im jeweiligen Markt zurückgeben.

Der Kaufpreis wird nach der aktuellen Rückrufinformation von H&B Handelskontor auch ohne Kassenbon erstattet. Das Unternehmen begründet den freiwilligen Rückruf mit einem erhöhten Glyceringehalt und verweist auf neue Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung sowie die Abstimmung mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung.

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Diese Frosty-Pocket-Produkte sind betroffen

Die aktuelle H&B-Warnung nennt folgende Produktmerkmale:

  • Produkt: Frosty Pocket
  • Verkehrsbezeichnung: Flüssige Süßware zum Einfrieren
  • Verpackung: Beutel
  • Füllmenge: 150 Milliliter beziehungsweise 160 Gramm
  • Sorten: Lemon, Strawberry, Dracula und Forest Fruits
  • Mindesthaltbarkeitsdaten: alle
  • Losnummern: alle
  • Hersteller: Granizados Maresme S.L.
  • Lieferant des aktuellen Rückrufs: H&B Handelskontor GmbH

Als Verkaufszeitraum nennt H&B die Zeit vom 29. April 2025 bis August 2026. Ein konkreter letzter Verkaufstag im August wird in der Veröffentlichung nicht angegeben. Ebenso fehlt dort eine vollständige Aufstellung der belieferten Märkte, Handelsketten oder Bundesländer. Wer einen passenden Beutel besitzt und nicht mehr weiß, wo er gekauft wurde, sollte das Produkt deshalb nicht allein aufgrund des Einkaufsortes vom Rückruf ausschließen.

Warum die neue Warnung weiter reicht

Eine bereits am 24. August verbreitete Kundeninformation der Aktuell Vertriebs GmbH war enger gefasst. Darin wurden dieselben vier Geschmacksrichtungen und alle Chargen genannt, jedoch nur die Mindesthaltbarkeitsdaten 30. September 2027, 30. Oktober 2027 und 30. November 2027. Als Verkaufszeitraum waren dort der 21. Mai bis 21. August 2026 angegeben. Diese frühere Rückrufinformation bezog sich auf Ware der Aktuell Vertriebs GmbH.

Die beiden Meldungen nennen unterschiedliche Lieferanten. Die H&B-Warnung ist daher nicht einfach als nachträgliche Korrektur sämtlicher früherer Angaben zu verstehen. Für Verbraucher ist trotzdem entscheidend, dass bei von H&B gelieferter Ware nicht mehr nur drei aufgedruckte Daten geprüft werden können: Dort erfasst der Rückruf ausdrücklich sämtliche Mindesthaltbarkeitsdaten und Losnummern.

Wer einen Frosty-Pocket-Beutel in einer der vier genannten Sorten besitzt, sollte sich im Zweifel an den Markt wenden, in dem er gekauft wurde. Ein abweichendes Mindesthaltbarkeitsdatum reicht nach der aktuellen H&B-Information nicht aus, um die Ware als unbedenklich einzustufen.

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Warum Glycerin besonders für Kinder problematisch sein kann

Glycerin, auch Glycerol genannt, ist als Lebensmittelzusatzstoff E 422 grundsätzlich zugelassen. Es sorgt unter anderem dafür, dass stark gekühlte Getränke und Süßwaren eine weichere Konsistenz behalten. Die Zulassung bedeutet jedoch nicht, dass jede aufgenommene Menge unbedenklich ist.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass die Wirkung von der Glycerinkonzentration, der verzehrten Menge und dem Körpergewicht abhängt. Jüngere Kinder nehmen bei derselben Portion bezogen auf ihr Körpergewicht eine höhere Dosis auf als Erwachsene.

Nach Berechnungen des BfR kann ein ungefähr fünfjähriges Kind mit einem Körpergewicht von 20 Kilogramm bereits mit knapp 200 Millilitern eines Slush-Getränks mit durchschnittlich gemessenem Glyceringehalt eine therapeutisch wirksame Dosis erreichen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat 2026 zudem eine akute Referenzdosis von 125 Milligramm Glycerin je Kilogramm Körpergewicht für den einmaligen Verzehr eines glycerinhaltigen Getränks abgeleitet.

Daraus darf nicht geschlossen werden, ein Frosty-Pocket-Beutel mit 150 Millilitern liege automatisch unter einer sicheren Menge. Die genaue Glycerinkonzentration der zurückgerufenen Ware wird in der öffentlichen Mitteilung nicht angegeben. Der Rückruf fordert deshalb unabhängig vom Alter und von der verzehrten Portionsgröße dazu auf, das Produkt nicht zu konsumieren.

Diese Beschwerden können auftreten

Das BfR nennt im Zusammenhang mit höheren Glycerinmengen unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel als mögliche Beschwerden. Ob und in welcher Stärke Symptome auftreten, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Die veröffentlichten Fallberichte erlauben zudem keinen sicheren Schluss, dass beobachtete Beschwerden immer durch Glycerin verursacht wurden.

Hat ein Kind das Produkt bereits verzehrt und treten Beschwerden auf oder ist die aufgenommene Menge unklar, kann ein Giftinformationszentrum das individuelle Risiko einschätzen. Die regionalen Stellen sind rund um die Uhr erreichbar. Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist laut Gesundheitsportal des Bundes sofort der Notruf 112 zu wählen.

Was Käufer jetzt tun sollten

Betroffene Beutel sollten nicht geöffnet, probiert oder für einen späteren Verzehr im Gefrierfach aufbewahrt werden. Vorgesehen ist die Rückgabe in dem Markt, in dem das Produkt gekauft wurde. Für die von H&B gelieferte Ware wird der Kaufpreis ausdrücklich auch ohne Kassenbon erstattet.

Der Rückruf bedeutet nicht, dass jede einzelne Packung nachweislich Beschwerden verursacht hat. Ebenso wenig handelt es sich um einen allgemeinen Rückruf sämtlicher Slush-Eis-Produkte. Entscheidend sind der Produktname Frosty Pocket, die Füllmenge und eine der vier genannten Sorten. Bei passender H&B-Ware spielen Mindesthaltbarkeitsdatum und Losnummer dagegen keine einschränkende Rolle mehr.

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Stand der Recherche: 31. August 2026, 12:00 Uhr CEST.

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