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Firefox 155 Sicherheitsupdate schließt 13 hoch eingestufte Lücken
Mozilla hat das Firefox 155 Sicherheitsupdate am 1. September 2026 für den regulären Release-Kanal veröffentlicht. Nach dem Sicherheitshinweis beseitigt die Version 29 unter eigenen CVE-Nummern geführte Schwachstellen; 13 davon stuft Mozilla als hoch ein. Die Fehler verteilen sich auf gemeinsame Browserkomponenten sowie besondere Bereiche von Desktop und Android. Nicht jede Lücke betrifft deshalb jedes Gerät, doch Nutzer in Deutschland erhalten die Korrekturen ohne regionale Einschränkung.
Warum die Schwachstellen ernst zu nehmen sind
Zehn der einzeln beschriebenen Funde bewertet Mozilla mit hohem Schweregrad. Hinzu kommen drei zusammengefasste Gruppen intern entdeckter Fehler, die ebenfalls in dieser Stufe landen. Mehrere Probleme sind sogenannte Use-after-free-Fehler: Der Browser greift dabei unter bestimmten Bedingungen weiter auf einen bereits freigegebenen Speicherbereich zu. Das kann zunächst zu einem Absturz führen, bei geeigneter Ausnutzung aber auch Sicherheitsgrenzen beschädigen.
Besonders auffällig sind zwei Fehler in der DOM-Navigation und der DOM-Sicherheitskomponente, die Mozilla als mögliche Auswege aus der Browser-Sandbox beschreibt. Diese Sandbox soll Webseiten und laufende Prozesse vom übrigen System abschirmen. Ein einzelner Sandbox-Ausbruch bedeutet noch nicht automatisch die vollständige Kontrolle über einen Rechner, kann in einer Angriffskette aber eine wichtige Schutzschicht aushebeln. Weitere hoch eingestufte Schwachstellen betreffen unter anderem JavaScript, Audio und Video, WebGPU sowie zentrale HTML-Komponenten.
Für Android nennt Mozilla zusätzlich eine hoch eingestufte Möglichkeit zur Rechteausweitung. Eine weitere Android-Lücke könnte Informationen über WebExtensions offenlegen und wird als moderat bewertet. Die Desktop- und Mobilrisiken sollten daher nicht gleichgesetzt werden. Gemeinsam ist ihnen, dass Firefox 155 die betreffenden Fehler korrigiert.
Keine bestätigte Angriffswelle
Mozillas Sicherheitshinweis nennt keine bestätigte aktive Ausnutzung dieser Schwachstellen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu einem Zero-Day, der bereits in Angriffen beobachtet wird, und spricht gegen unnötige Alarmstimmung. Es ist jedoch kein Grund, die Aktualisierung aufzuschieben: Mozilla schreibt bei mehreren intern gefundenen Fehlergruppen von Hinweisen auf Speicherbeschädigungen und hält eine Ausnutzung mit genügend Aufwand für möglich.
Auch das Hong Kong Computer Emergency Response Team führt für die aktuellen Mozilla-Lücken mögliche Folgen wie Rechteausweitung, Umgehung von Sicherheitsbarrieren, Informationsabfluss und in einigen Fällen entfernte Codeausführung auf. Diese Aufzählung beschreibt mögliche Auswirkungen der gesamten Fehlergruppe und bedeutet nicht, dass jede einzelne Lücke ohne weitere Voraussetzungen einen Rechner übernimmt.
Firefox 155 Sicherheitsupdate: Diese Versionen schließen die Lücken
Für den normalen Release-Kanal ist Firefox 155 der korrigierte Stand. Unternehmen und Nutzer, die bewusst bei einer Extended Support Release bleiben, müssen nicht auf den normalen Kanal wechseln. Mozilla hat parallel Firefox ESR 153.2, ESR 140.15 und ESR 115.40 veröffentlicht. Welche Version richtig ist, hängt also vom bereits eingesetzten Zweig ab. Die entsprechenden Stände führt Mozilla in seiner Übersicht der aktuellen Sicherheitshinweise auf.
Firefox für iPhone und iPad erhielt bereits am 31. August die Version 155.0 mit einem separaten Sicherheitshinweis. Dort geht es unter anderem um eine mögliche Täuschung der in der Adressleiste angezeigten Herkunft. Auf Android gehört Version 155 dagegen zum aktuellen Hauptpaket. Mobilgeräte sollten die Aktualisierung über den jeweiligen App-Store erhalten.
Auf dem Desktop installiert Firefox Updates gewöhnlich automatisch. Prüfen lässt sich der Stand über „Hilfe“ und „Über Firefox“; das Fenster sucht nach einer neuen Version und lädt sie bei Bedarf. Erst nach einem Neustart läuft der Browser tatsächlich mit dem neuen Programmstand. Wer Firefox über eine Linux-Distribution oder den Microsoft Store bezogen hat, erhält die Aktualisierung über die jeweilige Paket- beziehungsweise Store-Verwaltung. Mozilla beschreibt die einzelnen Schritte auf seiner Supportseite zur Firefox-Aktualisierung.
Ein bekanntes Problem in bestimmten Firmennetzen
Für den normalen Firefox 155 dokumentiert Mozilla außerdem ein bekanntes Netzwerkproblem: In Umgebungen, die UDP blockieren, können einige Webseiten langsam laden oder ganz ausfallen. Betroffen sein können vor allem Firmennetze mit Proxy oder TLS-Prüfung; für die ESR-Zweige gilt der Hinweis laut Administrator-Dokumentation nicht. Eine Korrektur ist für ein nachfolgendes Punkt-Update vorgesehen. Administratoren sollten deshalb die dokumentierte Übergangslösung prüfen, statt Geräte auf einem verwundbaren älteren Stand zu belassen.
Neue Funktionen kommen nicht überall an
Die prominenteste sichtbare Neuerung von Firefox 155 ist für Deutschland zunächst gar keine: Smart Window steht laut den Versionshinweisen jetzt Nutzern in den USA, Kanada und Frankreich zum Ausprobieren bereit. Auch dort erfolgt die Verteilung teilweise schrittweise. Eine Überschrift, die den KI-Arbeitsbereich pauschal als weltweiten Start verkauft, wäre deshalb irreführend.
Unabhängig davon kann Firefox nach und nach die Zahl blockierter Tracker direkt in der Adressleiste anzeigen. Hinzu kommen kleinere Verbesserungen für Controller in Webspielen unter Windows, neu sortierbare Container und zusätzliche Übersetzungssprachen. Für deutsche Nutzer bleibt der Sicherheitsgewinn dennoch der sofort wichtigste Teil der Version.
Firefox 155 ist zugleich die erste Hauptversion im neuen Zwei-Wochen-Rhythmus und erschien zwei Wochen früher als ursprünglich vorgesehen. Mozilla will fertige Korrekturen und Funktionen dadurch regelmäßiger verteilen, verspricht aber nicht doppelt so viele Neuerungen. Notwendige Punkt-Updates bleiben weiterhin möglich.
Praktisch genügt deshalb eine kurze Kontrolle: Firefox 155 oder die zum eigenen ESR-Zweig passende aktualisierte Version muss installiert sein, anschließend ist der Browser neu zu starten. Wer diesen Stand bereits verwendet, muss wegen der veröffentlichten Schwachstellen weder Einstellungen verändern noch den Browser wechseln.
Stand der Recherche: 2. September 2026, 12:15 Uhr MESZ
Hauptquellen
- Mozilla: Sicherheitshinweis MFSA 2026-82 zu Firefox 155
- Mozilla: Versionshinweise zu Firefox 155
- Mozilla: Übersicht der aktuellen Firefox- und ESR-Sicherheitshinweise
- Mozilla Support: Firefox auf die aktuelle Version bringen
- HKCERT: Einordnung der aktuellen Mozilla-Schwachstellen
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