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Igel im Garten: BUND rät zu Laubhaufen und offenen Durchgängen




Redaktion









Garten & Balkon




4 Min. Lesezeit

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Ein Laubhaufen unter der Hecke kann für Igel im Garten zum Winterquartier werden. Der BUND Berlin erinnert in seinen Hinweisen vom 15. Oktober daran, beim herbstlichen Aufräumen solche Rückzugsorte zu erhalten und Grünflächen weniger intensiv zu pflegen. Neben geschützten Verstecken brauchen die Tiere natürliche Nahrung und Wege zwischen benachbarten Gärten.

Wer jetzt Beete abräumt, Stauden abschneidet und Laub zusammenträgt, verändert deshalb mehr als das Aussehen des Grundstücks. In Pflanzenresten leben zahlreiche kleine Tiere, von denen sich Igel ernähren; unter Sträuchern und Holzstapeln finden sie Schutz. Die Deutsche Wildtier Stiftung beschreibt den Verlust solcher Strukturen als eine wesentliche Bedrohung. Für die Gartenpflege bedeutet das, genutzte Flächen und ungestörte Rückzugsbereiche bewusst nebeneinander bestehen zu lassen.

Igel im Garten brauchen geschützte Winterquartiere

Für den Winterschlaf bauen Igel ein stabiles Nest aus Laub und Gras. Der BUND empfiehlt in seinem Gartenratgeber, zusammengetragenes Laub mit Reisig und Totholz zu einem beständigen Haufen zu verbinden. Als Standort eignen sich ruhige, geschützte Bereiche, etwa unter einer dichten Hecke. Auch vorhandene Hohlräume in Holzstapeln oder geschützte Stellen am Kompost können als Versteck dienen.

Ein solcher Bereich sollte anschließend möglichst ungestört bleiben. Der BUND rät ausdrücklich davon ab, Kompost zwischen November und März umzuschichten. Wer bei Gartenarbeiten ein besetztes Nest entdeckt, sollte die Arbeiten dort einstellen und das Nest an seinem Platz belassen. Der BUND Naturschutz warnt davor, Nester zu versetzen oder zu zerstören; besonders bei noch unselbstständigen Jungtieren kann das schwere Folgen haben.

Ein gekauftes Igelhaus ist eine mögliche Ergänzung. Ebenso wichtig bleibt aber seine Umgebung: ein ruhiger Platz, Deckung und erreichbare Nahrung. Ein einzelner Unterschlupf kann fehlende Lebensraumstrukturen auf dem übrigen Grundstück nicht ausgleichen.

Durchgänge machen mehrere Gärten erreichbar

Igel suchen ihre Nahrung über größere Flächen und legen nachts oft mehrere Kilometer zurück. Ein Garten allein deckt ihren Raumbedarf daher nicht zuverlässig ab. Bodennahe Lücken in Zäunen und Mauern ermöglichen den Wechsel zwischen Grundstücken, während durchgehend geschlossene Einfassungen diese Wege unterbrechen.

Das vom LBV getragene Projekt „Igel in Bayern“ empfiehlt Durchlässe von etwa 13 mal 13 Zentimetern. Hervorstehende Drahtenden und scharfe Kanten dürfen dabei keine Verletzungsgefahr bilden. Bestehende Öffnungen sollten auch nach dem Aufräumen frei bleiben. Bei gemeinsamen Grundstücksgrenzen lässt sich mit den Nachbarn abstimmen, wo solche Verbindungen sinnvoll angelegt oder erhalten werden können.

Heimische Hecken und abwechslungsreiche Staudenflächen ergänzen diese Wege. Sie bieten Deckung und Lebensräume für Insekten. Verblühte Stängel und Pflanzenreste über den Winter stehen zu lassen, erhält damit zugleich einen Teil der späteren Nahrungsgrundlage für Igel.

Vor Pflegearbeiten mögliche Verstecke prüfen

Besondere Vorsicht ist dort nötig, wo Laub, Zweige oder hohe Pflanzen den Boden verdecken. Der BUND Berlin nennt Freischneider, Motorsensen und maschinelle Pflegearbeiten als Gefahren für versteckte Tiere. Vor dem Einsatz müssen solche Stellen sorgfältig kontrolliert werden. Bereits erkennbare Quartiere sollten bei der weiteren Arbeit ausgespart bleiben.

Das betrifft auch Schneidarbeiten unter Hecken und Sträuchern. Schon der Beitrag zum Gardena Combi-Tool erläutert, weshalb die Kontrolle von Tierverstecken zur Vorbereitung gehört. Für Laub in empfindlichen Gartenbereichen sind Rechen und eine behutsame Handarbeit die naheliegende Alternative zum Laubsauger, vor dessen Verletzungsgefahr der BUND ebenfalls warnt.

Bei einem Rundgang lohnt außerdem der Blick auf Kellerschächte, steile Wasserbecken und ungesicherte Öffnungen. Abdeckungen oder geeignete Ausstiegshilfen verhindern, dass Tiere dort gefangen bleiben. Eine flache Trinkschale ist davon zu unterscheiden: Sie sollte sauber gehalten und täglich mit frischem Wasser gefüllt werden.

Bei einem Fund entscheidet der Zustand des Tieres

Ein Igel im Garten ist zunächst ein Wildtier in seinem Lebensraum. Gesunde Tiere sollten nach den Hinweisen des BUND Naturschutz in Ruhe gelassen werden. Ein verletztes, stark geschwächtes oder auffällig teilnahmsloses Tier braucht dagegen fachkundige Hilfe. Dann ist eine Igelstation oder eine igelkundige Tierarztpraxis die passende Anlaufstelle; Füttern und Abwarten ersetzen keine Versorgung.

Eine alltagstaugliche Unterstützung bleibt ein dauerhaft nutzbarer Lebensraum: mit Deckung, Nahrungstieren, offenen Wegen und einem Winterquartier, das auch nach dem letzten Aufräumen bestehen bleibt.

Stand der Recherche: 19. Oktober 2026, 15:21 Uhr CEST

Hauptquellen

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag beruht auf öffentlich zugänglichen Informationen von Naturschutzorganisationen. GadgetChecks hat keine eigenen Untersuchungen zu Igelbeständen oder zur Wirksamkeit einzelner Schutzmaßnahmen durchgeführt.

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