Amazon Luna Remote Play verbindet bis zu sieben Gäste in einer Cloud-Spielrunde
Amazon Luna Remote Play bündelt bis zu sieben eingeladene Gäste in einer Cloud-Spielrunde. Amazon hat die Funktion im Luna-Update vom 10. September vorgestellt und führt sie nach eigenen Angaben im Laufe des Septembers 2026 ein. Der Gastgeber benötigt Prime oder Luna Premium; die Gäste brauchen laut Unternehmen keine eigene Mitgliedschaft, sondern lediglich ein Amazon-Konto und ein unterstütztes Gerät. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen der vollständige Luna-Clouddienst verfügbar ist.
Das Grundprinzip ist nicht neu: Bereits 2021 ermöglichte Luna Couch das gemeinsame Spielen lokaler Mehrspielertitel über das Internet, selbst wenn eingeladene Personen kein eigenes Luna-Abonnement hatten. In aktuellen Hilfeseiten erscheint die Funktion unter dem Namen Remote Play mit eigener Lobby-Navigation. Die September-Ankündigung nennt bis zu sieben Gäste und mehr als 60 Spiele für gemeinsame Sitzungen. Ganz grenzenlos ist das gemeinsame Spielen dennoch nicht: Unterstütztes Land, geeignetes Gerät und die vom jeweiligen Titel erlaubte Teilnehmerzahl bleiben entscheidend.
Amazon Luna Remote Play funktioniert mit einem sechsstelligen Lobbycode
Der Ablauf beginnt laut Amazons Host-Anleitung im Bereich „Remote Play“. Dort erzeugt der Gastgeber einen sechsstelligen Code und teilt ihn mit den gewünschten Mitspielern. Sobald mindestens ein Gast der Lobby beigetreten ist, lässt sich ein unterstütztes Spiel starten. Die separate Beitrittsanleitung führt Gäste nach der Anmeldung mit ihrem Amazon-Konto über denselben sechsstelligen Code in die Lobby.
Die benötigte Mitgliedschaft bringt der Gastgeber mit: Dafür reicht entweder die in Prime enthaltene Luna-Standard-Stufe oder Luna Premium. Die bis zu sieben Gäste benötigen kein eigenes Luna-Abonnement. Amazons Hinweis „ohne Zusatzkosten“ bezieht sich auf ihre Teilnahme an der Sitzung; die Prime- oder Premium-Mitgliedschaft des Gastgebers, ein geeignetes Endgerät und der jeweilige Internetzugang bleiben selbstverständlich Voraussetzungen.
Remote Play ist damit keine dauerhafte Weitergabe eines Spiels oder Kontos. Die eingeladenen Personen treten einer konkreten Lobby bei, und der Gastgeber beendet diese Sitzung wieder über das Luna-Menü. Auch der Lobbycode ersetzt keine Freigabe für beliebige Titel: Entscheidend ist, ob das jeweilige Spiel gemeinsame Sitzungen unterstützt.
Bis zu sieben Gäste bedeuten nicht in jedem Spiel acht Teilnehmer
Amazon spricht von mehr als 60 Spielen, die gemeinsame Sitzungen unterstützen. Die Obergrenze von sieben Einladungen beschreibt deshalb zunächst die Lobby, nicht automatisch die maximale Gruppengröße jedes einzelnen Spiels. „King of Tokyo“ ist beispielsweise für bis zu sechs Personen ausgelegt. „It’s Quiz Time: Guinness World Records“ ist ebenfalls bereits verfügbar, während „Bowling Mayhem“ und „Cranium Planet“ im Laufe des Septembers folgen sollen.
Parallel nimmt Luna Standard im September „Star Wars: Outlaws“ und „Avatar: Frontiers of Pandora“ auf. Diese Katalogerweiterung ist von Remote Play zu trennen: Amazon führt die beiden Spiele als Neuzugänge der Standardbibliothek auf, nennt sie aber nicht als Beispiele für die neue Gruppenfunktion. Aus der Aufnahme in Luna Standard folgt daher nicht, dass ein Titel automatisch per Remote Play mit mehreren Personen spielbar ist.
Smartphones können Controller sein, beim Hosting nennt Amazon eine Mobile-Grenze
Bei der Gerätefrage wirkt Amazons Angebot auf den ersten Blick widersprüchlich. Reguläres Luna läuft unter anderem in unterstützten Browsern auf Computern und Mobilgeräten sowie auf kompatiblen Fire-TV-, Samsung- und LG-Geräten. Für GameNight können Smartphones zudem als Controller dienen. Auf der Hilfeseite zum Erstellen einer Remote-Play-Lobby vermerkt Amazon jedoch, die Funktion werde auf Mobilgeräten nicht unterstützt. Die separate Anleitung für den Beitritt wiederholt diesen Hinweis nicht. Damit bleibt offen, ob die Einschränkung nur das Hosting oder auch den Beitritt als Gast betrifft.
Ein Handy als GameNight-Controller ist deshalb nicht dasselbe wie das Gerät, auf dem der Gastgeber die Remote-Play-Lobby erstellt. Wer eine Runde plant, sollte dafür ein nicht mobiles, ausdrücklich unterstütztes Luna-Gerät verwenden und das Smartphone nur dann als Eingabegerät einplanen, wenn der gewählte Titel diese Steuerung vorsieht. Gäste sollten die Unterstützung ihres Geräts vorab prüfen, solange Amazon die Reichweite des Mobile-Hinweises nicht genauer erklärt. Für Luna-Streams nennt das Unternehmen allgemein mindestens 10 Megabit pro Sekunde und empfiehlt eine kabelgebundene Verbindung oder WLAN im 5-Gigahertz-Band. Diese Mindestangabe garantiert weder geringe Verzögerungen noch eine gleichbleibende Bildqualität bei allen Beteiligten.
Deutschland wird als vollständige Luna-Region geführt
Die offizielle Länderliste führt Deutschland gemeinsam mit 13 weiteren Staaten als Region mit vollem Zugriff auf Cloud-Spiele, GameNight und abrufbare Spiele. Auch das September-Update liegt auf einer deutschen Amazon-Seite vor. Damit ist Remote Play für hiesige Nutzer grundsätzlich vorgesehen. Amazons Ankündigung nennt als Zeitraum lediglich den September 2026 und keinen taggenauen Start.
Gastgeber und eingeladene Personen müssen sich laut Hilfeseite in einem unterstützten Luna-Land befinden. Zudem muss die Prime-Mitgliedschaft des Gastgebers aus dessen Wohnsitzland stammen. Bei der Gerätewahl reicht die allgemeine Luna-Kompatibilitätsliste wegen des gesonderten Mobile-Hinweises nicht als eindeutiger Beleg dafür aus, ob sich eine Lobby erstellen oder ihr beitreten lässt.
Nicht mit Xbox Remote Play verwechseln
Der Name „Remote Play“ bezeichnet bei Amazon etwas anderes als bei Microsoft. Xbox Remote Play überträgt ein Spiel von der eigenen Konsole auf ein anderes Gerät des Nutzers. Amazon Luna berechnet das Spiel dagegen in der Cloud und nutzt Remote Play, um weitere Personen in eine gemeinsame Mehrspieler-Sitzung zu holen. Die Funktionen teilen sich einen Namen, beantworten aber unterschiedliche Fragen.
Für Luna-Nutzer ist der praktische Gewinn klar umrissen: Eine Person mit Prime oder Luna Premium kann eine räumlich getrennte Gruppe zusammenbringen, ohne dass jeder Gast ein eigenes Abo abschließen muss. Vor dem verabredeten Spieleabend bleiben drei Kontrollen wichtig: Ist der Remote-Play-Bereich auf dem vorgesehenen Gerät vorhanden, unterstützt der gewünschte Titel gemeinsame Sitzungen und reicht dessen Spielerlimit für die Gruppe? Wie gut Bild, Ton und Eingaben über mehrere Anschlüsse hinweg funktionieren, lässt sich aus Amazons Ankündigung allein nicht beurteilen.
Stand der Recherche: 14. September 2026, 10:52 Uhr CEST.
Hauptquellen
- Amazon Games: Luna – September-Update mit Remote Play
- Amazon-Hilfe: Remote-Play-Lobby erstellen
- Amazon-Hilfe: Länder mit vollständigem Luna-Zugang
- Amazon-Hilfe: Kompatible Geräte, Browser und Verbindung
- GeekWire: Unabhängige Einordnung des September-Updates
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben von Amazon sowie ergänzender Fachberichterstattung. GadgetChecks hat Amazon Luna Remote Play nicht selbst getestet und keine Latenz-, Bildqualitäts- oder Stabilitätsmessungen durchgeführt.
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