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ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI: Vier Kantenbürsten sollen den Fensterrand sauberer erreichen




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Fensterputzroboter haben längst gelernt, große Glasflächen in geordneten Bahnen abzufahren, doch ausgerechnet dort, wo Schmutz besonders sichtbar bleibt, geraten viele Modelle an ihre konstruktiven Grenzen: direkt am Rahmen und in den Ecken. Der ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI setzt deshalb nicht auf eine völlig neue Geräteklasse, sondern auf eine gezielte Überarbeitung dieser Schwachstelle. Vier kleine Kantenbürsten, eine veränderte Randerkennung, ein größerer Wassertank und die tragbare OMNI-Station sollen vor allem Haushalten mit vielen, großen oder schwer erreichbaren Scheiben Arbeit abnehmen. In Deutschland ist der Marktstart nach Angaben des Herstellers für den 9. September 2026 vorgesehen; die Variante mit Station soll 599 Euro kosten.

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ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI setzt bei den Kanten an

Die wichtigste Neuerung trägt den Namen TruEdge 2.0. An den vier Ecken des quadratischen Roboters sitzen Bürsten mit dichten Filzborsten, die über eine radiale Mechanik bis an den Rand geführt werden sollen. Sensoren erfassen den Rahmen in Fahrtrichtung und seitlich, während die sogenannte Lift-and-Run-Strategie die Bürsten abhängig von der erkannten Situation anhebt oder absenkt. Dahinter steckt ein nachvollziehbares Ziel: Die Bürsten sollen beim Putzen Kontakt zum Rand halten, sich an ungünstigen Übergängen aber nicht festsetzen. ECOVACS spricht im gründlichen Reinigungsmodus von einer um bis zu 46 Prozent verbesserten Reinigungseffizienz gegenüber der W2S-Serie. Wie diese Kennzahl genau ermittelt wurde und wie viel sauberer eine Ecke tatsächlich wird, lässt sich aus den Unterlagen allerdings nicht ableiten.

Gerade hier lohnt der Blick auf das Vorgängermodell. Der WINBOT W2S OMNI arbeitete mit zwei Eckbürsten und überzeugte in unabhängigen Tests grundsätzlich bei der Randreinigung, hinterließ aber weiterhin kleine Restabstände oder leichte Rückstände. CHIP maß im Test zwei Millimeter bis zum Rand, während Heise die Kantenleistung als gut, aber nicht perfekt beschrieb. Das beweist weder eine Schwäche noch einen Fortschritt des neuen Modells, macht aber deutlich, woran TruEdge 2.0 gemessen werden muss: Nicht die Zahl der Bürsten entscheidet, sondern ob sie auch bei unterschiedlichen Rahmen, Gummidichtungen und stärker haftendem Schmutz gleichmäßig arbeiten, ohne bereits gereinigte Bereiche wieder zu verschmieren.

Breiter sprühen, länger wischen

Vor dem Wischpad verteilt der WINBOT die Reinigungslösung als feinen Film auf der Scheibe. ECOVACS bezeichnet das System als Drei-Düsen-Weitwinkel-Sprühtechnik; die ausführliche technische Aufstellung nennt insgesamt sechs Düsen, also drei für jede Fahrtrichtung. Dadurch muss der Roboter für einen Richtungswechsel nicht erst wenden, während der breitere Sprühbereich trockene Lücken vor dem Tuch verringern soll. Absolute Aussagen über ein streifenfreies Ergebnis wären trotzdem verfrüht, denn Wassermenge, Tuchzustand, Verschmutzung und Außentemperatur beeinflussen bei dieser Geräteklasse erheblich, was nach einem Durchgang auf dem Glas zurückbleibt.

Der Tank fasst 120 Milliliter und soll im Schnellmodus für bis zu 75 Quadratmeter Glasfläche reichen. Das ist vor allem bei Wintergärten, bodentiefen Fenstern oder vielen Scheiben interessant, weil seltener nachgefüllt werden muss. Die veröffentlichten Vergleichswerte zum Wachstum des Tanks widersprechen sich jedoch: Je nach ECOVACS-Unterlage ist von 50 oder 100 Prozent mehr Volumen gegenüber unterschiedlichen Vorgängern die Rede. Für die Einordnung ist daher der absolute Wert belastbarer als die Werbeprozentzahl. Gleiches gilt für die versprochene Flecken- und Streifenfreiheit, die bislang nicht durch unabhängige Messungen am W2S PRO OMNI bestätigt wurde.

Auch mit der OMNI-Bezeichnung wird aus dem System kein vollständig wartungsfreier Fensterroboter. Die Station lädt, versorgt, steuert und verstaut das Gerät, sie reinigt das Wischpad aber nicht selbst. Das beidseitige Mikrofasertuch und die vier Bürsten müssen bei sichtbaren Rückständen abgenommen, gewaschen und gründlich getrocknet werden. Das ist nicht nur Pflege, sondern Teil der Reinigungsleistung: Bereits aufgenommener Schmutz kann sonst Schlieren verursachen oder feine Partikel über die Scheibe ziehen. Wer eine automatische Padreinigung sucht, findet sie beim größeren WINBOT W3 OMNI, den GadgetChecks bereits ausführlich getestet hat.

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Die OMNI-Station schafft Reichweite, aber keine völlige Autonomie

Die Station ist zugleich Ladegerät, Bedienfeld, Aufbewahrung und Gegengewicht. Ein integrierter Akku ermöglicht laut ECOVACS bis zu 110 Minuten Betrieb ohne Steckdose; für längere Einsätze lässt sich das System am Stromnetz verwenden, die Ladezeit wird mit weniger als drei Stunden angegeben. Der Roboter selbst wiegt etwa 2,1 Kilogramm, das komplette Set 7,37 Kilogramm. Damit bleibt es transportabel, ist aber kein Gerät, das beiläufig von Zimmer zu Zimmer getragen wird. Fünf Tasten am Bedienfeld steuern unter anderem Start und Pause, Moduswahl, Rückkehr zum Ausgangspunkt und die automatische Kabelaufwicklung.

Für die Sicherheit darf das Gewicht der Station nicht mit der Haftung des Roboters verwechselt werden. Der WINBOT arbeitet an der Scheibe mit bis zu 10.000 Pascal Unterdruck, während sich der Saugnapf unter der rund fünf Kilogramm schweren Station laut Hersteller mit mehr als 800 Newton am Untergrund hält. Zusätzlich verbindet ein 5,5 Meter langes Kombikabel den Roboter mit der Station; die Station selbst wird über ein separates, einen Meter langes Sicherungsseil an einem stabilen Gegenstand befestigt. Die Konstruktion soll bei niedrigem Akkustand oder unterbrochener Versorgung mindestens 30 Minuten Reserve bieten, ersetzt aber weder das Sicherungsseil noch die Aufsicht.

Die Bedienungsanleitung ist an diesem Punkt deutlich nüchterner als die Werbung. Die Station muss auf einer ebenen, glatten und fugenlosen Fläche stehen, darf nicht auf einen Tisch oder eine Arbeitsplatte gestellt werden und benötigt rund um den Griff ausreichend Bewegungsraum, damit der Saugnapf korrekt greift. Während der Reinigung sollen sich keine Menschen, Tiere oder zerbrechlichen Gegenstände unter dem Gerät befinden, und der WINBOT darf nicht unbeaufsichtigt arbeiten. Für Außenfenster gilt außerdem: kein Regen, Schnee oder Wind, der Karabiner muss im Innenbereich an einem stabilen Gegenstand befestigt sein.

WIN-SLAM 4.0 plant die Bahnen, die App erweitert die Bedienung

WIN-SLAM 4.0 übernimmt die Routenplanung auf der Scheibe, erkennt Rahmen und Hindernisse und führt den Roboter nach Abschluss zum Ausgangspunkt zurück. Direkt an der Station stehen die wichtigsten Modi für schnelle, gründliche, tiefe und kantenorientierte Reinigung bereit. Die ECOVACS-HOME-App ergänzt unter anderem Zonen-, Punkt- und Intensivreinigung, eine multidirektionale Fernsteuerung sowie Hilfen bei Störungen. Verbunden wird das Smartphone über Bluetooth; die Anleitung verlangt dafür Zugriffe auf Standort, Bluetooth und Telefonspeicher. Für einen einfachen Start ist die App damit nicht zwingend, für den vollständigen Funktionsumfang und manche Fehlerbehebung aber sehr wohl relevant. Einen Überblick über die grundsätzliche Funktionsweise und die Unterschiede innerhalb der Modellfamilie bietet zusätzlich das GadgetChecks-WINBOT-FAQ.

Die beworbene Anpassungsfähigkeit hat klare Grenzen. Geeignet sind glatte, ebene Scheiben ab 30 mal 40 Zentimetern und mindestens drei Millimetern Glasdicke; bei gerahmten Fenstern muss der Rahmen mindestens fünf Millimeter hoch sein. Spiegel sollen mindestens vier Millimeter dick sein. Unregelmäßig geformte, gekrümmte, gerissene oder mit Aufklebern versehene Scheiben sind ebenso ausgeschlossen wie Glas mit Lücken, Kondenswasser oder Ölfilmen. Der zulässige Temperaturbereich liegt bei 4 bis 40 Grad Celsius. Selbst große Flächen sind nicht unbegrenzt: Die genannten maximal acht mal zweieinhalb Meter gelten im Modus mit aufgeteilten Zonen und ergeben sich aus der Kabellänge.

Preis, Varianten und die entscheidenden offenen Fragen

ECOVACS setzt den Preis des WINBOT W2S PRO OMNI auf 599 Euro fest. Das Care Kit wird in der Produktkarte mit 649 Euro geführt, während der WINBOT W2S PRO ohne OMNI-Station für 499 Euro erscheinen soll. Sowohl OTTO als auch Amazon haben das neue Modell bereits gelistet. Die Produktseiten sind damit schon vor dem offiziellen deutschen Verkaufsstart am 9. September 2026 freigeschaltet. Bei OTTO steht der WINBOT W2S PRO OMNI für 599 Euro im Shop, war zum Recherchezeitpunkt allerdings als ausverkauft gekennzeichnet. Amazon führt das Gerät ebenfalls für 599 Euro. Verfügbarkeit und Lieferzeiten können sich bis zum Verkaufsstart noch kurzfristig ändern.

Seine Stärken dürfte das neue Modell vor allem in Haushalten mit großen Fensterflächen, Wintergärten, Glasbrüstungen oder schwer erreichbaren Scheiben ausspielen. Der Akkubetrieb der OMNI-Station erleichtert dabei den Einsatz an Stellen, an denen keine Steckdose in unmittelbarer Nähe liegt. Wer dagegen nur wenige kleine und gut zugängliche Fenster reinigen muss, sollte abwägen, ob Anschaffungspreis, Vorbereitung und anschließende Reinigung der Wischtücher im Verhältnis zur eingesparten Arbeit stehen. Auch komplizierte Rahmen, enge Bereiche rund um Fenstergriffe und ungewöhnlich geformte Scheiben sollten vor dem Kauf mit den Vorgaben der Anleitung abgeglichen werden.

Technisch setzt ECOVACS an mehreren typischen Schwachstellen bisheriger Fensterroboter an. Die vier Kantenbürsten sollen Ecken gründlicher erreichen, der größere Tank längere Reinigungseinsätze ermöglichen und die überarbeitete Randerkennung für mehr Sicherheit sorgen. Ob der WINBOT W2S PRO OMNI dadurch tatsächlich weniger Nacharbeit verlangt, muss ein ausführlicher Praxistest zeigen. Entscheidend sind dabei der verbleibende Abstand in den Ecken, mögliche Streifen nach mehreren Scheiben, die Leistung bei angetrockneten Verschmutzungen und die reale Akkulaufzeit. Bis dahin bleibt der WINBOT W2S PRO OMNI eine vielversprechende Weiterentwicklung, deren wichtigste Verbesserungen sich erst im Alltag beweisen müssen. Weitere aktuelle Produktvorstellungen finden sich in der GadgetChecks-Kategorie Technik.

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