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VVS-Tarife ab September 2026: Tickets werden teurer, Kinder fahren mit Tageskarten kostenlos
Die VVS-Tarife ab September 2026 bringen für Fahrgäste im Großraum Stuttgart zwei sehr unterschiedliche Veränderungen: Viele klassische Fahrkarten sind seit dem 1. September teurer, gleichzeitig dürfen Erwachsene mit bestimmten Tageskarten bis zu drei Kinder kostenlos mitnehmen. Das Deutschlandticket ist von dieser regionalen Tarifrunde nicht betroffen.
Im Durchschnitt hat der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart seine regulären Tarife um 5,95 Prozent angehoben. Die tatsächliche Steigerung fällt je nach Fahrkarte, Zahl der Zonen und Kaufweg unterschiedlich aus. Besonders wichtig ist die neue Kindermitnahme deshalb für Familien und andere Erwachsene, die Kinder zwischen sechs und 14 Jahren begleiten: Bei einer Tagesfahrt kann sie einen erheblichen Teil der höheren Preise ausgleichen.
VVS-Tarife ab September 2026 steigen um durchschnittlich 5,95 Prozent
Die neuen Preise gelten im gesamten VVS-Gebiet. Dazu gehören Stuttgart sowie die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und der Rems-Murr-Kreis. Betroffen sind unter anderem EinzelTickets, TagesTickets, Wochen- und Monatskarten sowie verschiedene klassische Abonnements.
Der VVS begründet die Anpassung mit gestiegenen Personal-, Energie- und Betriebskosten. Es handelt sich nicht um eine bundesweite gesetzliche Preiserhöhung, sondern um eine Änderung des regionalen Gemeinschaftstarifs. Wie die aktuelle VVS-Mitteilung zeigt, betrifft sie vor allem Menschen, die ohne Deutschlandticket unterwegs sind.
Für ein reguläres EinzelTicket in einer Zone werden jetzt 3,70 Euro statt zuvor 3,50 Euro verlangt. Beim Kauf als HandyTicket steigt der Preis von 3,35 auf 3,45 Euro. Wer durch sieben oder mehr Zonen und damit im gesamten VVS-Netz fährt, zahlt für eine Einzelfahrt 11,90 Euro beziehungsweise 11,20 Euro als HandyTicket. Das KurzstreckenTicket verteuert sich von 2,10 auf 2,20 Euro.
Ein EinzelTicket gilt ab dem Kauf drei Stunden lang für die Fahrt in Richtung des angegebenen Ziels. Fahrtunterbrechungen und Umstiege sind möglich, Rück- und Rundfahrten jedoch nicht. Sämtliche aktuellen Preisstufen führt der VVS auf seiner Seite zum EinzelTicket auf.
Auch TagesTickets kosten jetzt mehr
Beim EinzelTagesTicket für eine Zone steigt der digitale Preis von 6,70 auf 6,90 Euro. Im Bus, am Automaten oder in einer Verkaufsstelle kostet dieselbe Tageskarte nun 7,40 statt 7 Euro. Für fünf oder mehr Zonen werden digital 17,20 Euro und bei einem herkömmlichen Kauf 19 Euro fällig. Zuvor waren es 16,60 beziehungsweise 17,80 Euro.
Der Preis des TagesTickets entspricht weiterhin zwei EinzelTickets des jeweiligen Kaufwegs. Wer am selben Tag mindestens eine Hin- und Rückfahrt innerhalb des Geltungsbereichs plant, zahlt deshalb nicht mehr als für zwei einzelne Fahrten, kann das Ticket aber bis 7 Uhr am folgenden Morgen für beliebig viele Fahrten verwenden.
Die unterschiedlichen Kaufpreise bleiben dabei relevant. In der App oder als OnlineTicket ist das EinzelTagesTicket günstiger als im Bus, am Automaten oder in einer Verkaufsstelle. Fahrgäste sollten deshalb vor dem Kauf nicht nur die Zahl der benötigten Zonen, sondern auch den Vertriebsweg vergleichen.
Bereits vor der Tarifumstellung erworbene TagesTickets werden nicht sofort wertlos. Nach den veröffentlichten VVS-Regeln bleiben solche Tageskarten nach einer Preisänderung noch ein Jahr lang gültig. Bei älteren Papierfahrkarten lohnt sich dennoch ein Blick auf die konkreten Angaben und die Art des Tickets.
Bis zu drei Kinder fahren mit dem EinzelTagesTicket kostenlos
Der wichtigste Vorteil der neuen Tarifregeln betrifft die Kindermitnahme. Mit einem EinzelTagesTicket kann eine erwachsene Person jetzt bis zu drei Kinder zwischen sechs und einschließlich 14 Jahren kostenlos mitnehmen. Die Kinder müssen weder die eigenen sein noch in einem bestimmten verwandtschaftlichen Verhältnis zum Ticketinhaber stehen.
Die Regel gilt während der gesamten Gültigkeit der Tageskarte und damit für beliebig viele gemeinsame Fahrten im gewählten Bereich. Sie wurde außerdem auf das digitale 10er-TagesTicket und die teilnehmenden StadtTickets ausgeweitet.
Wie viel das ausmachen kann, zeigt eine Fahrt innerhalb einer Zone. Ein Erwachsener zahlt für das digitale EinzelTagesTicket 6,90 Euro. Zwei begleitete Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren fahren damit kostenlos. Würden stattdessen für eine Hin- und Rückfahrt einzelne HandyTickets gekauft, wären zusätzlich vier ermäßigte Kinderfahrkarten zu jeweils 1,67 Euro nötig. Allein durch die neue Mitnahme entfallen in diesem Beispiel 6,68 Euro.
Für eine erwachsene Person mit bis zu drei Kindern kann das EinzelTagesTicket dadurch deutlich günstiger sein als mehrere EinzelTickets oder ein GruppenTagesTicket. Entscheidend sind aber Alter, Anzahl der Erwachsenen und die geplanten Fahrten.
Die kostenlose Mitnahme gilt nicht bei jeder Fahrkarte
Die neue Regel ist kein allgemeiner Nulltarif für Kinder im VVS. Bei einem gewöhnlichen EinzelTicket benötigen Kinder zwischen sechs und 14 Jahren weiterhin eine ermäßigte Kinderfahrkarte. Kinder unter sechs Jahren fahren unabhängig von der neuen Tageskartenregel grundsätzlich kostenlos.
Auch Jugendliche ab 15 Jahren werden vom EinzelTagesTicket nicht kostenlos mitgenommen. Für Familien mit älteren Kindern kann deshalb das GruppenTagesTicket geeigneter sein. Dieses gilt weiterhin entweder für bis zu fünf Personen unabhängig vom Alter oder für Eltern beziehungsweise einen Elternteil mit beliebig vielen eigenen Kindern bis einschließlich 17 Jahre.
Bei persönlichen Wochen-, Monats- und Jahreskarten bestehen wiederum eigene zeitabhängige Mitnahmeregeln. Häufig dürfen Kinder erst am Wochenende oder an Feiertagen kostenlos mitfahren. Beim JahresTicketPlus gelten zusätzliche Möglichkeiten am Abend. Die Einzelheiten hat der VVS in seiner Übersicht zur Mitnahme von Kindernzusammengestellt.
Vor allem bei einer Gruppe mit mehreren Erwachsenen sollte deshalb nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass ein EinzelTagesTicket immer die beste Wahl ist. Zwei Erwachsene mit Kindern können je nach Alter und Verwandtschaftsverhältnis mit einem GruppenTagesTicket flexibler fahren.
Deutschlandticket bleibt von der VVS-Erhöhung unberührt
Nach Angaben des Verkehrsverbunds werden inzwischen rund 85 Prozent der Fahrten im VVS mit Angeboten aus der Deutschlandticket-Familie unternommen. Diese Fahrten sind von der aktuellen VVS-Tarifanpassung nicht betroffen. Das reguläre Deutschlandticket kostet 2026 weiterhin 63 Euro pro Monat.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede über den VVS erhältliche Zusatzoption unverändert bleibt. Wer beispielsweise ein TicketPlus, ein regionales Anschlussangebot oder ein anderes ergänzendes Produkt gebucht hat, sollte dessen Bedingungen gesondert prüfen. Der bundesweite Grundpreis des Deutschlandtickets und die regionalen Zusatzleistungen sind nicht dasselbe.
Für einzelne Tage oder gelegentliche Fahrten ist ein Deutschlandticket außerdem nicht automatisch günstiger. Wer nur selten fährt, kann mit Einzel- oder Tageskarten weiterhin weniger ausgeben. Ab mehreren Fahrtagen im Monat lohnt sich dagegen ein Vergleich der Gesamtkosten, zumal das Deutschlandticket bundesweit im teilnehmenden Nahverkehr gilt.
Weitere Änderungen bei Fahrpreisen, Mobilität und Verbraucherrechten ordnet GadgetChecks fortlaufend in Alltag Aktuell ein.
Was Fahrgäste vor dem Kauf prüfen sollten
Wer im VVS-Gebiet unterwegs ist, sollte seit der Tarifumstellung vor allem drei Punkte vergleichen: die benötigten Zonen, den günstigeren digitalen Kaufweg und die mögliche Kindermitnahme. Für eine erwachsene Person mit bis zu drei Kindern zwischen sechs und 14 Jahren ist das EinzelTagesTicket seit September besonders interessant.
Wer ausschließlich eine einfache Fahrt plant, bleibt mit einem EinzelTicket normalerweise günstiger. Bei zwei oder mehr Fahrten am selben Tag erreicht das TagesTicket dagegen bereits den Preis von zwei EinzelTickets und erlaubt anschließend weitere Fahrten. Familien mit Kindern ab 15 Jahren oder mehreren Erwachsenen sollten zusätzlich das GruppenTagesTicket prüfen.
Die höheren VVS-Tarife lassen sich damit nicht pauschal umgehen. Durch die neue Kindermitnahme kann eine bisher teurere Familienfahrt jedoch spürbar günstiger werden. Entscheidend ist, nicht mehr automatisch dieselbe Ticketart wie vor dem 1. September zu kaufen.
Stand der Recherche: 2. September 2026, 13:28 Uhr MESZ.
Hauptquellen
- VVS: Tarifanpassung, Fahrgastzahlen und kostenlose Kindermitnahme
- VVS: Aktuelle Preise für EinzelTickets
- VVS: Preise und Bedingungen des EinzelTagesTickets
- VVS: Mitnahmeregelungen für Kinder und weitere Personen
- Bundesregierung: Preis und Geltungsbereich des Deutschlandtickets
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